Es gibt Automobile, deren Bedeutung mit jedem Jahrzehnt wächst.
Nicht, weil sie seltener werden. Sondern weil sie uns an etwas erinnern, das in einer immer perfekteren Welt beinahe verloren gegangen ist.
Der Porsche 911 2.4 S gehört zu ihnen.
Er entstand in einer Zeit, als Ingenieure Sportwagen nicht mit der Frage entwickelten, wie sie den Fahrer schneller machen könnten, sondern wie sie ihn intensiver am Fahren teilhaben lassen. Das Ergebnis war ein Automobil, das nichts verbirgt und nichts beschönigt. Jede Bewegung am Lenkrad, jede Gewichtsverlagerung, jede Lastwechselreaktion und jeder sauber dosierte Gasstoß werden unmittelbar beantwortet. Nicht gefiltert, nicht elektronisch korrigiert, sondern ehrlich.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis dieses Elfers.
Seine Faszination beginnt dort, wo Datenblätter aufhören.
190 PS, knapp 230 km/h Höchstgeschwindigkeit und Fahrleistungen, die Anfang der siebziger Jahre zur Spitze des Machbaren gehörten, beeindrucken heute kaum noch jemanden. Moderne Sportwagen erledigen all das scheinbar mühelos und mit Leistungen, von denen man 1973 nicht einmal träumte.
Dennoch gibt es bis heute nur wenige Automobile, die ihrem Fahrer ein vergleichbares Erlebnis schenken.
Denn der bleibende Wert eines Porsche 911 2.4 S liegt nicht in dem, was sich messen lässt. Er liegt in dem, was beim Fahrer ankommt.
Dieser Wagen fordert Aufmerksamkeit, Respekt und Gefühl. Er möchte nicht beherrscht werden, sondern verstanden. Er nimmt seinem Fahrer erstaunlich wenig Arbeit ab und gibt ihm gerade deshalb unendlich viel zurück. Mit jeder harmonisch gefahrenen Kurve wächst dieses schwer zu beschreibende Gefühl, tatsächlich Teil der Maschine geworden zu sein. Kein Bildschirm bestätigt den Erfolg, keine Elektronik spendiert Beifall. Es ist dieses leise, zufriedene Kribbeln in der Bauchgegend, das sich einstellt, wenn alles zusammenpasst und man nach der Fahrt erkennt, dass man sich dieses Erlebnis selbst verdient hat.
Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ein 911 2.4 S heute mehr Bewunderung erfährt als jemals zuvor. Er verlangt etwas von seinem Fahrer – und belohnt ihn dafür mit etwas, das kein Datenblatt und keine Stoppuhr jemals erfassen können.
Das hier angebotene Fahrzeug verkörpert diese Idee auf besonders überzeugende Weise.
Ausgeliefert am 23. Mai 1973, präsentiert sich dieser 911 2.4 S in seiner seltenen Originalfarbkombination aus Gulforange mit Pepita-Stoff und Leder. Viele Jahre verbrachte er fernab winterlicher Straßen auf Sizilien, bevor er nach Deutschland zurückkehrte. Ein Umstand, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass seine Substanz bis heute außergewöhnlich geblieben ist.
2005 und 2006 erfolgte bei Joos Sportwagen eine vollständige Restaurierung bis auf die Rohkarosse. Motor und Getriebe wurden dabei ebenso sorgfältig überarbeitet wie sämtliche technischen und optischen Details. Ziel war nicht, einen restaurierten Porsche entstehen zu lassen, sondern genau den Porsche zurückzubringen, den seine Konstrukteure einst gebaut hatten.
Mit Erfolg.
Motor und Getriebe sind matching, bestätigt durch die Geburtsurkunde der Porsche AG. Ein aktuelles Classic-Data-Gutachten bewertet das Fahrzeug mit der Note 1,25. Seit Abschluss der Restaurierung wurde der Wagen lediglich rund 37.500 Kilometer bewegt – nicht gesammelt, sondern mit genau jener Selbstverständlichkeit gefahren, für die ein Porsche gebaut wurde. Umfangreiche Restaurierungsunterlagen, Dokumentationen und Nachweise begleiten das Fahrzeug ebenso selbstverständlich wie ein technischer Zustand, der dem hohen Anspruch dieses Exemplars gerecht wird.
Doch so wichtig all diese Fakten sind – sie erklären noch immer nicht, warum ein Porsche wie dieser Menschen berührt.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle schreiben, dieser 911 2.4S suche sich seinen Besitzer sorgfältiger aus als umgekehrt. Ganz unrecht hätte ich damit vermutlich nicht.
Denn am Ende bleibt von einer Ausfahrt mit einem Porsche 911 2.4 S selten die Erinnerung an die Höchstgeschwindigkeit oder die Beschleunigung. Was bleibt, ist dieses eigentümlich zufriedene Gefühl, mit einer Maschine unterwegs gewesen zu sein, die einem nichts schenkt und gerade deshalb alles gibt.
Genau darin liegt der bleibende Wert dieses außergewöhnlichen Automobils.
Nicht in dem, was es kann.
Sondern in dem, was es aus seinem Fahrer macht.
Man muß ihn sich verdienen, indem man ihn er-fährt. Im wahrsten Sinn des Wortes.
mit 911 Empfehlungen
Ihr dls-team
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